Mit Schwung und Energie in den Zukunftsbezirk Niederrhein

Erster Neujahrsempfang des neuen IG BCE-Bezirks - Aber trotzdem Tradition!

Mehr als 200 Kolleginnen und Kollegen folgten am Samstag, 18. Januar 2020 der Einladung zum Neujahrsempfang des IG BCE-Bezirks Niederrhein. Patrick Leveringhaus, der durch das Programm führte, begrüßte alle Gäste und besonders den Ehrengast Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, aufs Herzlichste. „Solidarisch, sicher, gerecht – Wandel wie wir ihn wollen!“ Unter dieser Überschrift ging Francesco Grioli als Festredner auf die aktuellen Themen in und um die IG BCE ein.

Guido Freisewinkel

Die aktuellen Erfolge bei den Tarifverhandlungen, gerade in der chemischen Industrie, geben der IG BCE in den Betrieben Rückenwind. „Allerdings ist die Tarifflucht einiger Unternehmen, die sogar teilweise Mitglied in Arbeitgeberverbänden sind, ein immer größeres Problem. Sie sind dort als „Mitglied ohne Tarifbindung“, das ist so. Als würde ich Mitglied in einem Schwimmverein werden, und der Verein garantiert mir zugleich, dass ich auf gar keinen Fall nass werde. Also quasi: Schwimmer ohne Wasserbindung“, so Francesco Grioli. Weiter führte er aus, dass sowohl die Energiewende als auch die Prozesse der Veränderung in den Unternehmen Gemeinschaftsprojekte sind. „Sie sind große Herausforderungen, die die gesamte Gesellschaft und all ihre Akteure betrifft. Niemand wird sich hier davonstehlen können.“ Das gelte auch gerade für die Qualifizierung der Beschäftigten, vor der sich Arbeitgeber gerne drückten. „In schlechten Zeiten sei kein Geld da und in guten keine Zeit; das wäre das Credo der Arbeitgeber“, so Grioli weiter. Es würde deshalb Zeit, dass Betriebsräte schärfere Instrumente in die Hand bekommen.

Abschließend ging er noch auf die gute Umsetzung der Fusion der IG BCE Bezirke Moers und Duisburg zum Bezirk Niederrhein ein. Francesco Grioli meinte hierzu: „Es ist auch der Erfolg der bezirklichen Teams! Daher darf ich mich hier beim Team des Bezirks Niederrhein herzlich bedanken. Ich weiß, mit was ihr im Jahr 2019 belastet wart und dennoch habt ihr und die ehrenamtlichen Akteure intensiv in den Betrieben für die IG BCE geworben, neue Betriebe erschlossen und zur Positionierung der IG BCE in der Region beigetragen.“

Die gute Umsetzung des am 1. Oktober 2019 gestarteten Zukunftsbezirks Niederrhein war auch ein Schwerpunkt der Rede des Bezirksleiters Matthias Jakobs. „Das lag gerade daran“, so Jakobs, „dass dieser Start […] von beiden Bezirksvorständen aus Duisburg und Moers gemeinsam vorbildlich vorbereitet wurde.“ Hierfür sprach er Worte des Dankes an alle Akteure aus. „Unser Bezirk Niederrhein steht für rund 29.000 Mitglieder in unserer Region und hat somit eine hörbare Stimme für die Interessen unserer Mitglieder und deren Familien. Dieses wollen wir in der Region über unsere 47 Ortsgruppen und in den 143 Betrieben über unsere Vertrauensleute machen“, führte Jakobs aus. Das einzige was noch fehlt, sei ein neuer Standort für den Bezirk; aber hier sei man auf einem guten Weg.

Die Themen Energie- und Industriepolitik seien nicht weit entfernt, sondern stellten auch die Betriebe in der Region vor gewaltige Aufgaben. „Um die Zukunft zu gestalten, werden wir unsere Präsenz in den Betrieben weiter erhöhen. Diesen im vergangenen Jahr gestarteten erfolgreichen Weg wollen wir mit eurer Unterstützung auch im Jahr 2020 fortsetzen“, so Jakobs Bei den Ortsgruppen und Vertrauensleuten forderte Jakobs diese Unterstützung auch ein. Diese Säulen der IG BCE werden 2020 neu gewählt und bilden damit den Auftakt für den weiteren demokratischen Prozess unserer IG BCE. Der demokratische Prozess mündet nach den Konferenzen in den nächsten eineinhalb Jahren in den Gewerkschaftskongress im Jahr 2021.

„Wenn es dreimal durchgeführt wird,“ so Jakobs, „dann ist es Tradition.“ Einleitend mit diesen Worten, denn es ist der dritte Neujahrsempfang in Moers, bedankte Matthias Jakobs sich für die musikalische Begleitung durch den Pianisten Niclas Floer. Er war – genau wie der Kabarettist Christoph Brüske – zum dritten Mal dabei.

Letzterer zündete zum Abschluss des Empfangs ein kabarettistisches Feuerwerk, indem er auf der Bühne nahezu „explodierte“. Brexit, Trump, die Bundesregierung und alle Parteien bekamen „ihr Fett weg“. Warnend erhob auch er, wir bereits seine Vorredner, den Zeigefinger gegen den aufkommenden Nationalismus und Rechtsextremismus. Seine Show, versehen mit kräftigen Musikteilen, endete traditionell mit der Hymne auf den Bezirk Niederrhein.

„Eine, wie auch in den vergangenen Jahren, rundherum gelungene Veranstaltung“, so zahlreiche Gäste einhellig.

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